{"id":1666,"date":"2015-01-18T21:10:57","date_gmt":"2015-01-18T21:10:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fictionandphotographs.de\/wordpress\/?page_id=1666"},"modified":"2018-01-16T17:30:52","modified_gmt":"2018-01-16T17:30:52","slug":"der-fleck-textauszug","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.fictionandphotographs.de\/wordpress\/fiction\/der-fleck-textauszug\/","title":{"rendered":"Der Fleck (Textauszug)"},"content":{"rendered":"<p>Ver\u00f6ffentlicht in der Anthologie <strong>&#8222;&#8230; und dann ging die Geschichte erst richtig los&#8220;<\/strong>, Herausgegeben von Guido Rademacher, Schibri Verlag, Berlin 2011.<\/p>\n<p>Bestellbar bei \n <a class=\"btn btn-live show-btn\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/dann-ging-Geschichte-richtig-Alice-Salomon-Hochschule\/dp\/3868630627\"> \u00a0 Amazon\u00a0\u00a0 <\/a> oder besser im \n <a class=\"btn btn-live show-btn\" href=\"http:\/\/www.indiebook.de\/buchhandlungen-deutschland\/\">\u00a0\u00a0 unabh\u00e4ngigen regionalen Buchhandel\u00a0\u00a0\u00a0 <\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>(&#8230;)<\/p>\n<p class=\"p1\">Im <span class=\"s1\">Konferenzraum, die Gl\u00e4ser im <\/span>Visier, ging Millberg in die Hocke, die Augen zwei schmale Schlitze. Hatte die Schmidt wieder mal so hingeschoben, noch nicht mal richtig eindecken konnte die. Er sah zur Uhr \u00fcber der T\u00fcr, wischte die H\u00e4nde an der Hose ab, wieder knurrte sein Magen. Er stand a<span class=\"s1\">uf, nahm sich einen Keks aus der Schale auf dem Tisch, ging kauend in die Hocke, stand auf, r\u00fcckte Gl\u00e4ser und Schale zurecht. Dann w\u00e4hlte er einen Platz, legte Akte<\/span>n und Stift vor sich und stellte den <span class=\"s1\">Stuhl so, dass <\/span><span class=\"s2\">er <\/span><span class=\"s1\">sich setzen und aufstehen konnte, ohne ihn bewegen zu <\/span>m\u00fcssen. Durch die geschlossene T\u00fcr h\u00f6rte er, wie Hartwig sich um Konversation m\u00fchte.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.fictionandphotographs.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Fleck.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"right\" style=\"float: right; margin-left: 40px;\" src=\"http:\/\/www.fictionandphotographs.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Fleck.jpg\" alt=\"Etappe\" width=\"500\" height=\"470\" \/><\/a>Verstohlen nahm er noch einen Keks. Doch gerade als er hineinbei\u00dfen wollte, ging die T\u00fcr auf. Hastig warf Millberg den Keks zur\u00fcck<span class=\"s1\"> in die Schale, streifte die Finger an der Hose ab und presste die Lippen aufeinander. Die chinesische Delegation verbeugte sich, dann schlenderte der \u00dcbersetzer herein, den er<\/span> von anderen Verhandlungen kannte.<\/p>\n<p class=\"p1\">\u201eDer Herr Delegationsleiter, Mr. Ling\u201c, dr\u00f6hnte der \u00dcbersetzer in rauem Bariton, Mr. Ling verbeugte sich, ein kleiner Mann in weitem Sakko und <span class=\"s1\">gro\u00dfer Brille, <i>wie der Vater,<br \/>\nin seinem weiten Sakko und der Brille<\/i><\/span><i>.<\/i><\/p>\n<p class=\"p1\">Millberg verzog den Mund, w\u00e4hrend der \u00dcbersetzer ihn vorstellte, fremde Laute und Worte, und am Ende meinte er ein \u201eM\u00fcllberg\u201c zu h\u00f6ren. \u201eHello and welcome, how do you do\u201c, sagte er und blickte in die Brillengl\u00e4ser von Mr. Ling. Doch was er sah, war sich selbst, den Kopf zur Seite geneigt, schemenhaft. Ein Fliegenauge, dachte er und sagte: \u201eI hope you had a good flight.\u201c <i>Wie er im Rollstuhl sa\u00df. <\/i>\u201ePlease sit down.\u201c<\/p>\n<p class=\"p1\">Verstohlen schaute er noch einmal \u00fcber seine Krawatte und das Hemd hinab zur Hose, ein letzter Blick, aber da blieb sein Auge an der Naht h\u00e4ngen, wie konnte das sein, ein Fleck! Seine Augen suchten nerv\u00f6s den Tisch ab, aber noch nicht einmal Servietten hatte die Schmidt hingelegt. Und warum hatte er den hellen Anzug angezogen? Nur weil Ingrid Sandfarben liebte. Was wusste die schon!<\/p>\n<p class=\"p1\"><i>\u201eMister Wei\u00df-Nicht\u201c, br\u00fcllte die Mutter, \u201eMister Wei\u00df-Nicht wei\u00df nichts.\u201c Ganz heiser war sie vom Schreien gegen den Vater geworden, der keine Antworten mehr wusste, egal, wie laut sie schrie.<\/i><\/p>\n<p class=\"p1\">Kurau kam herein, zog die T\u00fcr zu und stellte sich neben Millberg. \u201eIch begr\u00fc\u00dfe Sie in unserem Haus. Herr Millberg aus dem Vertrieb wird das Gesp<span class=\"s1\">r\u00e4ch f\u00fchren.\u201c Wieder sprach der \u00dcbersetzer in seinem dunklen, rauen Klang, eine unregelm\u00e4\u00dfig artikulierte Phrase, an deren Ende er wieder \u201eM\u00fcllberg\u201c zu h\u00f6ren und Kurau ein Kichern unterdr\u00fccken zu sehen glaubte. Der raunte ihm leise ins <\/span><span class=\"s2\">Ohr: \u201eLassen Sie<\/span><span class=\"s1\"> sich nicht \u00fcbervorteilen.\u201c D<\/span><span class=\"s2\">ann setzte sich Kurau, die Chinesen l\u00e4chelten. Millberg blickte auf die Keksschale, <\/span><span class=\"s1\">die<\/span><span class=\"s2\"> Gl\u00e4ser. In der Brille seines Gegen\u00fcbers sah er,<\/span><span class=\"s1\"> wie er da stand, allein, ein Mann mit Haltung und einer<\/span> an die Naht gepressten Hand, <i>dass es wehtat, so fest presste er die Hand an die Hose, den Blick auf die Ecke geheftet, in der er stand. Als er von einem Bein aufs andere wechselte, schrie Gertrud: \u201eWenn du dich noch mal bewegst.\u201c Dabei knallte sie mit dem Stock gegen ihre Waden. \u201eWas hat dein Vater nur f\u00fcr ein ungezogenes Kind gezeugt.\u201c Was war zeugen, dachte er, aber er wagte kaum zu atmen.<\/i><\/p>\n<p><strong>Weiterlesen? Hier erfahren Sie, wie sich Millberg in der Verhandlung schl\u00e4gt, &#8211; und zwar als\u00a0\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>\n <a class=\"btn btn-live show-btn\" href=\"http:\/\/wp.fictionandphotographs.net\/produkt\/der-fleck-pdf\/\"> \u00a0 pdf zum ausdrucken\u00a0 \u00a0<\/a> \u00a0und demn\u00e4chst auch als interaktive erz\u00e4hlung f\u00fcr\u00a0ipad und als taschenbuch.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ver\u00f6ffentlicht in der Anthologie &#8222;&#8230; und dann ging die Geschichte erst richtig los&#8220;, Herausgegeben von Guido Rademacher, Schibri Verlag, Berlin 2011. 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